Osteoporotische Sinterungsfrakturen

Erhöhte Knochenbrüchigkeit

Die Knochen der Wirbelsäule können bei Schwächung des Knochengerüstes brechen oder zusammenfallen. Meistens ist ein altersbedingter Schwund des Knochengerüstes die Ursache, manchmal können aber auch Chemotherapie, Schilddrüsen-Überfunktion, eine langfristige Kortison-Einnahme oder auch bösartige Erkrankungen dahinter stecken.

Häufig macht sich ein Zusammenbruch des Wirbels mit plötzlich eingetretenen Schmerz bemerkbar, ohne dass dem zwangsläufig ein Sturz vorangegangen ist.

Ursachen

Die Knochen der Wirbelsäule können aufgrund von Knochenschwund brechen oder zusammenfallen. Eine primäre Osteoporose und die Wechseljahre  sind nicht immer die alleinigen Ursachen für einen Knochenschwund.  Krebs, Chemotherapie, Strahlentherapie, Schilddrüsen-Überfunktion und eine langfristige Anwendung von Kortison verursachen ebenfalls Knochenschwund und erhöhen das Frakturrisiko.

Symptome

Ein plötzlich aufgetretener oder ein chronischer, dumpfer Schmerz im Rücken mit oder ohne Sturzereignis kann auf einen Wirbelbruch hindeuten. Wenn Sie länger als einige Tage Rückenschmerzen haben, sollten Sie Ihren Arzt oder die Notaufnahme aufsuchen, so  dass die Ursache Ihrer Rückenschmerzen ermittelt und behandelt werden kann. Sie sollten auch auf Ihre Haltung achten und Ihre Größe beobachten. Sie sollten sich von medizinischem Fachpersonal regelmäßig messen lassen. Durch Wirbelbrüche können die Wirbel zusammenfallen. Als Folge davon kann es zu einer Abnahme der Körpergröße kommen. Mehrere Wirbelbrüche können eine Veränderung der Haltung oder einen sogenannten Witwenbuckel hervorrufen. Wenn Sie also kleiner geworden sind oder einen Witwenbuckel haben, können Wirbel gebrochen sein.Wenn ein Wirbelbruch vorliegt, ist leider das Risiko, einen weiteren zu bekommen, erheblich erhöht. Mit der Zeit können mehrere Brüche die Ausrichtung Ihrer Wirbelsäule stören, sodass sie nach vorne abkippt (Witwenbuckel). Diese Krümmung nach vorne kann so weit zunehmen, dass das Gleichgewicht beeinträchtigt und die Brusthöhle komprimiert wird, wodurch die Atmung, Essen und Schlaf erschwert werden.

Therapie

Bei einem Verdacht auf eine Sinterungsfraktur wird ein Röntgenbild und evtl. auch eine Computertomographie gemacht. Je nach Ausmaß der Fraktur ist ein konservatives oder ein operatives Vorgehen möglich. Beim konservativen Vorgehen werden Schmerzmittel verabreicht und der Wirbel nach einigen Tagen kontrolliert. Wenn er nicht weiter zusammengesackt ist und die Schmerzen nachlassen kann diese Therapie weitergeführt werden. In der Regel dauert es aber 6-8 Wochen, bis der Wirbel wieder stabil und schmerzfrei ist. Bei weiterem Zusammensacken des Wirbels oder starken Schmerzen kann eine sogenannte Ballon-Kyphoplastie durchgeführt werden. Dabei wird minimal invasiv über kleine Schnitte eine Nadel bis in den Wirbelkörper geführt und dieser mittels eines Ballons von innen aufgerichtet. Diese Aufrichtung wird dann mit Zement gehalten, welcher über die gleiche Nadel in den Wirbelkörper eingebracht wird. Dies stützt und stabilisiert den Wirbel sofort, so dass es nach der Operation zu einer sofortigen Schmerzreduktion kommt.

Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie

Chefarzt

Dr. med. Thomas Forer

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