Zwangsstörungen

Zwangsstörungen umfassen ein breites Spektrum von Verhaltensauffälligkeiten und weiteren psychischen Merkmalen. Der Betroffene wird beispielsweise von Zwangsgedanken verfolgt oder steht unter dem Druck, bestimmte Handlungen wieder und wieder in ritualisierter Form ausführen zu müssen.

Zwanghafte Rituale und Gedanken

Die Zwangsstörung ist eine schwere psychische Erkrankung. Die Betroffenen führen zwanghaft immer wieder die gleichen Rituale aus oder werden von beunruhigenden Gedanken geplagt, denen sie nicht entkommen können. Obwohl sie erkennen, dass ihre Handlungen und Ängste irrational sind, können sie ihr Denken und Handeln nicht in den Griff bekommen. Sobald sie versuchen, diese abzustellen, steigen Unruhe und Ängste in ihnen auf – und erzeugen einen zunehmenden inneren Druck, dem sie auf Dauer nicht standhalten.

Ursachen und Risikofaktoren

Studien zeigen, dass es eine familiäre Vorbelastung für Zwangserkrankungen geben kann. Damit sie ausbricht, müssen jedoch weitere Faktoren hinzukommen:

  • Unsicherheit und hohes Kontrollbedürfnis
  • Belastendes Ereignis
  • Überaktivität des Frontallappens im Gehirn
  • Überbehütendes Verhalten der Eltern in der Kindheit
  • Perfektionistische Ansprüche von Eltern an ihre Kinder

Diagnose und Therapie

Für die Diagnose müssen folgende Kriterien zutreffen:

1. Die Betroffenen haben Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen (oder beides) an den meisten Tagen über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen.

2. Die Zwangsgedanken und -handlungen zeigen die folgenden Merkmale:

  • die Betroffenen wissen, dass die Gedanken/Handlungen ihre eigenen sind und nicht von äußeren Einflüssen erzeugt werden
  • die Gedanken/Handlungen wiederholen sich dauernd, werden als unangenehm empfunden und als übertrieben oder unsinnig erkannt
  • die Betroffenen versuchen gegen die Zwangsgedanken oder -handlungen Widerstand zu leisten
  • die Ausführung der Zwangsgedanken oder -handlungen empfinden die Betroffenen als unangenehm

 

Die besten Behandlungserfolge zeigt die kognitive Verhaltenstherapie. Die konkrete Vorgehensweise bespricht der Therapeut mit dem Patienten am Anfang der Therapie. 

Chefarzt der Klinik für Psychosomatik

Chefarzt

Dr. med. Wolfgang Merkle

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